Wie werden die Rundfunkgebühren rechtfertigbar? Was müsste geändert werden?
Durch eine Umstellung würde den öffentlich-rechtlichen (ö-r) Sendern mehr Geld zur Verfügung stehen, zumindest wenn jeder Haushalt 18€ zahlen sollte und die GEZ abgeschafft würde. Es müsste das Angebot der ö-r überdacht werden und ein zeitgemäßes Angebot entwickelt.
1. Legitimation: Die ö-r haben durchaus eine Berechtigung. Sie sollen so neutral als möglich dem Bürger Informationen bieten, die für ihn relevant sind, ebenso wie über etwaige Gefahren informiert werden soll. Es soll also über Politik, Gesellschaft und aktuelle Themen aus anderen Gebieten informiert werden.
1.1. Legitimation Kultursendungen: Kultursendungen transportieren Werte, Normen und Kultur der deutschen Gesellschaft. Da Kultur ein wichtiges Gut ist, oder zumindest sein sollte, ist auch ein Kultursender im Sinne des ö-r Auftrages.
1.2. Legitimation Unterhaltungssendungen: Strikt genommen haben Unterhaltungssendungen, die keine relevanten Informationen bieten, keine Daseinsberechtigung auf ö-r Sendern. Man könnte argumentieren, dass diese "Kulturträger" sind, in dem Sinne, dass sie Kultur transportieren, hierfür müsste aber bei jeder der Sendungen eine gesonderte Begründung her. Telenovelas, Soaps und Krimiserien sind nicht im notwendigen Programm der ö-r anzusiedeln, sondern als Zusatzangebot zu betrachten.
2. Umgang mit Finanzmitteln:
2.1. Momentan gibt es etwa 66 öffentlich-rechtliche Radiosender in Deutschland. Das sind pro Bundesland 4 Sender (vgl. Gebuehrenstop.de und Statista). Um die Grundversorgung mit Information zu gewährleisten, würde aber ein Sender reichen, zur regionalen Anpassung wären damit nur noch 16 Radiosender notwendig. 32, wenn man einen Kulturkanal zum Nachrichtenkanal hinzu addiert. Es ist nicht notwendig oder Aufgabe der ö-r, jeden Geschmack abzudecken. Hier sollte eine Notwendigkeitsprüfung erfolgen, insbesondere, da weniger Menschen Radio hören als früher.
2.2. TV: Auch hier sind im Grunde nur 4-5 Sender notwenig, um dem Auftrag der ö-r gerecht zu werden. Ein Nachrichtenkanal, ein Kulturkanal, ein Dokukanal und 1-2 weitere Kanäle, die sonstige Sparten abdecken.
3. Zeitgemäße Formate:
3.1. Radioangebote: Da auch für internetfähige PCs, im GEZ-Jargon "neuartige Rundfunkgeräte" eine Gebühr fällig wird, müssen die ö-r Angebote ausbauen, die auf diese Gruppe zielen. Dass ö-r Radiosender einen Internetstream haben ist schon ein guter Anfang. Auch hier sollte eine generelle Werbefreiheit gelten.Weiterhin sollte es den Hörern leicht gemacht werden, die Streams aufzunehmen, indem MP3 Tags mit gesendet werden.
3.2. Zusätzlich zu den existierenden Angeboten, sollten alle Sendungen, die auf ö-r Sendern zu sehen sind vom PC abrufbar und streambar sein. Hierbei kann und sollte auf Bittorrent Techniken zurückgegriffen werden. Eine gute Lösung wäre, einen plattformübergreifenden Klienten zu programmieren (Java beispielsweise), mit welchem man Sendungen live anschauen kann und welcher die Möglichkeit bietet, direkt Sendungen aufzunehmen oder eine Aufnahme zu programmieren.
3.3. Verfügbarkeit: Die Fernsehangebote sollten zum Download verfügbar sein. Nicht auf ewig, aber immerhin eine Weile. Auch hier sollte auf Torrent Techniken zurückgegriffen werden. Hiermit käme man auch dem Video-on-Demand entgegen.
3.4. Mitsprache: Es sollte verstärkt möglich sein, dass der Bürger Mitspracherechte bei der Programmgestaltung eingeräumt bekommt. Dies kann über Umfragen auf den entsprechenden Internetseiten geschehen, aber auch über Foren (und alte GEZ Mitarbeiter würden hier sicher gerne den Support übernehmen). Somit wäre eine stärkere Nutzung, höhere Zufriedenheit und ein besseres Verständnis für eine Notwendigkeit der Gebühren gegeben. Natürlich sollte die Mitsprache nicht den grundlegenden Auftrag der ö-r betreffen, sondern die Ausgestaltung von Sendezeit, die nich durch zwingend notwendige (politische, kulturelle oder informierende Sendungen) belegt ist.
3.5. Die Hörer/Zuschauer als Kunden betrachten, deren Zufriedenheit im Vordergrund steht.
Insgesamt bleibe ich weiter bei meiner EInschätzung: Das Ganze ist eine Sauerei.