Tanz mit mir

Begegnung auf einem Maskenball

 

Das Fest endet niemals. Die Akteure wechseln, die Sonne geht auf, die Sonne geht unter, das Fest geht weiter. Und alle sind sie hier, der Ritter in der schillernden Rüstung, der Marquis de Sade, Freya, Diana, Zeus, Odin, Thor, Aphrodite, der Warzengnom, die Zahnfee, der Nikolaus, der König, die Königin, der Hofnarr und all die anderen. Keiner lässt es sich nehmen, zu erscheinen. Manche bleiben länger, andere gehen nach kurzer Zeit, aber es ist immer voll.

Wir trafen uns, du warst Duft und Wärme und Anmut, verkörpertest die, die ich suchte, ohne es zu wissen. Ich war nur ein Mann in alten Fetzen, ohne Rang und Namen und bloß eine Figur am Rande des Festes, das nie endet. Und wir wiegten uns im Tanz und drehten uns umher. Damm da da damm, damm da da damm. Und du sangst für mich und tanztest für mich und ließt mich in Drehungen und Umarmungen die Orientierung verlieren. Damm da da damm, Drehung, damm da da damm. Obgleich mir das Tanzen fremd war, wiegten wir uns und obgleich die Masken uns versteckten, erkannten wir uns. Wir hielten uns an den Händen und du stießest mich weg, ich flog weit nach hinten, doch der Zug deiner Finger brachte mich zurück. Wir schauten uns an und stießen uns ab, um uns wieder anzuziehen und wussten nicht, was wir tanzten. Damm damm, damm damm. Damm. Keine Melodie führte unsere Schritte und keine Tanzfläche umschloss uns und doch tanzten wir. Wir merkten kaum, wie das Gewitter aufzog, doch wir wussten, dass es kommen musste. Im Regen verliefen die Masken und Aphrodite wurde zu einem Gespenst, der Ritter rostete in seiner Rüstung, Thors Hammer verlor die Farbe, Zeus‘ Bart wurde braun, das Gesicht der Zahnfee ebenso. Entstellt waren sie alle und mit Schrecken schauten sie sich um.

Wir schauten uns an und es war wie zuvor. Uns wurde klar, dass wir ohne Masken waren und wir wussten nicht, wieso. Und da wir sonst nur die Masken kannten, wussten wir auch nicht wie. Und wer. So stehen wir immer noch, der Regen hat aufgehört zu fallen, der Ritter poliert sich und andere bemalen sich. Das Fest geht immer weiter. Ob wir uns wieder verkleiden können, ich weiß es nicht. Schon oft meinte ich, dich getroffen zu haben, doch sobald der Regen fiel, verwischte auch die Maske und was blieb war nur ein Schatten. Doch was ich tun würde, wenn diese Maske keine Maske ist, habe ich nie zuvor durchdacht. Und so schweige ich und stehe dort und weiß dir geht es wie mir. Ich warte auf den Tanz, der vielleicht nie mehr beginnt und bete du tanzt nur mit mir

 

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