An ein Scheusal

Ein Text, den ich ohne Widmung oder sonstige Randinformationen reinstelle. Abgrundtief mies trifft den Inhalt dieses Textes sehr gut und wenn ich schon nicht vom Schreiben absehen konnte, so möchte ich wenigstens davon absehen, Namen oder Indizien anzugeben.


 

Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, doch verarbeiten muss ich, was dein Anblick meinen Augen antat. Wo anderen Frauen ob ihrer Anbetungswürdigkeit Hymnen geschrieben wurden, fiel dir die Elegie zu. Wo Pur der guten Lena sang, dass wie ein klarer, warmer Wind sie sei, wärst stürmisch du, würdest Regen bringen, schwer wärst du wie die Wolken, die über Pompei hingen – und wir wissen, Pompei hatte kein Glück mit dem guten Vesuv.

Deine Beine sind wie die eines Triceratops,

bei deinem Anblick ginge Desire höchstselbst einfach hopps.

Hätte Moses kein Meer, sondern deine Schenkel teilen müssen,

die Israeliten würden noch heut in Ägypten festsitzen.

Wären in „gleichschenklig“ sie vorgekommen,

niemand hätt sich je ein Dreieck vorgenommen,

Pythagoras wäre davongerannt!

Hätte Air Supply damals dich gekannt,

sie hätten statt „All out of love“ „Damn, out of luck!“ gesungen.

Die größten aller Liebeslieder wären nie entstanden, hätten ihre Verfasser deinen Anblick ertragen müssen. Sie hätten den Job hingeschmissen, das Leben ganz anders verstanden, dein Anblick im Mieder hätte sie wie die Lemminge von der Klippe getrieben. Man kann dich nicht lieben. Es ist gut, dass ich das endlich geschrieben habe. Deine Wangen, wie die hängenden Gärten von Babylon, spuken mir im Kopf herum. Selbst deine Ohrläppchen, von der Schwerkraft getrieben, versuchen sich im Wind zu wiegen, doch deuten immer nur zu Boden – dort werden sie hingezogen. Dass noch kein Mond um dich drum schwirrt, hat mich vom ersten Tag verwirrt, das Grundgesetz der Gravitation vermied dich wohl mit würgendem Ton. Manchmal träume ich nachts von dir, ich sehe lauter Ungetier, dass von der Brust auf dem Weg zur Scham verschwindet im Graben über deinem Darm. Bauchnabel trifft es nicht, mir graust, ich frage mich, was darin haust? Eine Familie Küchenschaben hat sich sicher schon dort eingegraben, wohnt ganz bestimmt Hand in Hand mit anderm Viehzeug im Bauchgrabenland. Bestimmt ist auch manch Nachtschattengewächs dort drin schon am gedeihen, denn bevor dort einmal die Sonne scheint, wird’s in der Hölle schneien. Dem Schnee bist du das Wesen, das ihn zertrampelt und in braunen Schlamm verwandelt, die Schönheit der bedeckten Welt wird durch deine Füße schon entstellt. Und wenn man dann fußaufwärts schaut, welch Monument hat das Fett dort gebaut! Du musst der erste Mensch sein, dessen Kniekehlen schwabbeln! Der erste Baum an welchem nicht einmal Ameisen heraufkrabbeln. Selbst diese kleinen Insekten wissen, es gibt nichts süßes oberhalb dieser knieförmigen Kissen. Nur schlimmer wird es, das Auge beleidigt, man hat sicher schon Männer vereidigt, dass sie nicht von dir sprechen und die Menschen vergessen, dass sowas wie dich Unmengen von Essen in kurzer Zeit erschaffen können. Dazu kommt, dass dann auf dem Fett die Körperpflege entfällt, am besten würd ein Gehege erstellt, in dem du von schwarzem Samt überdeckt vor dem Rest der Menschheit versteckt wirst. Doch all dies wäre gar nicht so schlimm, steckte in dem Berg ein Herz mitten drin. Ein Herz wie vom Nilpferd, ein Herz übergroß, wär dies vorhanden, ich schimpfte nicht los. Meine Augen würd ich schirmen, doch mein Ohr würd ich dir leih’n. Doch auch das hast du nicht, nichtmal winzig klein. Verfressen, verbittert, beim Atmen in Not, ich glaub ich ende hier, bevor ich schlechte Wünsche empfinde, du schreckliches Bipod.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.