Reitermania – Fanpost

Ein kurzer Bericht vom Konzert der „Apokalyptischen Reiter“ im Schlachthof zu Wiesbaden.


Reitermania20 Uhr: Der Einlass sollte gerade beginnen.
20:15: Der Einlass beginnt und wir kommen zügig rein in die Halle.
20:30: Bier ist besorgt und die erste Vorband macht sich bereit, die Bühne für sich zu beschlagnahmen. Wir erfahren, dass sie uns die Schweinegrippe mitgebracht haben. Alle freuen sich.
20:40: Die Band „Trashtanica“, erste Vorband der Reiter – vor Van Canto – sind mit Spielen beschäftigt. Laut ihren Shirts ließen sie sich wohl von Anthrax und Metallica inspieren. Möglicherweise war das ein Fehler. Vielleicht ist auch die Abmischung schlecht. Vielleicht mag ich auch einfach keinen Trash Metal. Oh, entschuldigung. Thrash. Nicht, dass es etwas ändern würde… Die Ohrenstöpsel sind jedenfalls fest installiert, leider aber zu durchlässig. Pogo.
Etwa 21:05: Thrashtanica haben ihren letzten Song gespielt. Ich versuche mir den Namen zu merken, um einen versehentlichen CD Kauf zu vermeiden.
Etwa 21:20: Van Canto macht sich bereit zu spielen. Meine Laune macht den zaghaften Versuch, sich zu bessern. A Capella Heavy Metal, das muss doch ein Erlebnis sein!
21:35; Mittlerweile weiß ich, dass der Sänger von Van Canto scheinbar ebenfalls die Schweinegrippe mitgebracht hat. Möglicherweise ist es auch einfach ein Magen-Darm-Ding, was auch umzugehen scheint. Jedenfalls muss er zwischenzeitlich Villeroy und Boch besuchen. Vielleicht hilft das der Akustik.
Etwa 21:40: Van Canto beschließen, „Wishmaster“ von Nightwish zu spielen. Abgesehen davon, dass ich Nightwish vor langer Zeit tot gehört habe, fehlt der Sängerin leider das Stimmvolumen der Opernsängerin. Das Schlagzeug macht seine Sache gut. Leider schmerzen meine Zähne, wenn die Leadgitarre gesungen wird. Möglicherweise übersteuert das Mikrofon. Die Sängerin lässt die übrigen Zähne schmerzen. Ich will nach Hause.
Etwa 21:55: Van Canto beschließen, es sei Zeit, „Fear of the Dark“ zu spielen. Ich bete zum Spaghettimonster, dass sie den Part des Sängers nicht durch die Sängerin ersetzen. Am Anfang werden meine Gebete von eurer Nudligkeit erhört. Dann singt sie doch den Refrain. Man kann eben nicht alles haben.
22h: Van Canto geben eine Zugabe. Juchu.
22:25: Die Reiter machen sich endlich bereit, die Bühne zu übernehmen. Vorher bekommen sie einen ordentlichen Soundcheck und ein paar Macken werden augenscheinlich ausgebügelt.
22:30: They brought out the Gimp! Der Keyboarder tänzelt im knappen Lederoutfit mit Nieten und Hannibal-Lecter-Gedächtnismaske über die Bühne. Er hat Metallspitzen auf dem Kopf und eine kleine Peitsche dabei. Ich beschließe, ab jetzt fröhlich zu sein.
22:38: Die Show kommt in Gang. Das (Vi)Ledermännchen hat eine metallene Affenschaukel vor seinem Keyboard.
weiterhin 22:38: Alle sind auf der Bühne und es wird endlich gerockt. Ich bin erstaunt, dass meine Laune auf einmal doch wieder gut ist und hole Bier.
22:45: Ich habe mich zum Tanzen, Schreien und Mitgröhlen animieren lassen. Der Leadsänger schwenkt eine rote Flagge und lässt sich auf ein Podium hochfahren. Unter der Lederweste grüßt die versammelte Menge ein überaus männlicher Urwald. Dieser wiederum ist so bekannt, scheinbar, dass ich schon vorher darüber informiert wurde, dass ich mit selbigem rechnen sollte. Hurra!
22:55: Alles tanzt weiterhin, Sehr ziviler Pogo in der Mitte, nachdem die zwei Seiten, in die der Sänger die Halle geteilt hat, wie ein mittelalterliches Bauernheer aufeinander eingestürmt ist.
23-23:45 Uhr: Ein Hit jagd den Nächsten, auch eine Runde der älteren Sachen wird nicht vorenthalten. Ich bin glitschig, aber glücklich.
23:50: Zum Lied „Seemann“ wird eine blonde Dame in einem Schlauchboot auf der Menge abgesetzt, um durch die Halle zu schwimmen. Die Reiter werfen Aufblaspferde in die Menge.
0 Uhr: Das Boot hat es tatsächlich geschafft, zum Ende der Halle und zurück zu kommen und niemand hat die Blondine geklaut. Ich bin beeindruckt, aber leider ohne Aufblaspferd.
Die Reiter spielen tatsächlich noch eine Zugabe, die selbstverständlich total genial ist. Ob das mit dem Kontrastprogramm vor den Reitern (denen ich eine schlechte Abmischung unterstellen möchte, um ein wenig ihren Klang zu entschuldigen) zusammenhängt, ist unklar, aber unwesentlich.
Leider ist das Konzert nun auch vorbei. Das Gute ist, dass wir den Bus um halb eins erwischen. Das Schlechte, dass die Reiter nicht mehr spielen. Aber für 18€ Eintritt hat es sich doch gelohnt.
Bis zum nächsten Mal! Ride on! 

 

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