Das iPad – Gizmo Galore

Was ist eigentlich ein iPad und was genau soll es uns bringen? Hier eine Zusammenfassung dessen, was ich bisher in Erfahrung bringen konnte und was ich mir dazu denke.

Im Grunde genommen ist das iPad ein größerer iPod. Das passt auch zu den Kapazitäten, die das iPad mitbringt. Jeder iPod oder iPhone-Nutzer hat sich schon gewünscht, ein größeres Display zu haben. Sei es bei Youtube Videos, Filmen, Podcasts oder beim Surfen im Internet. Möglicherweise auch beim SMS schreiben.

Nun, hier setzt das iPad an. Filme sind endlich in einer Größe, bei der sich das Anschauen auch ertragen lässt, abspielbar, man kann E-Mails tippen ohne nach 5 Sätzen Krämpfe in den Fingern zu bekommen. Und natürlich kann man angenehmer im Internet surfen. Das alles lässt sich mit einem Netbook auch tun. Natürlich hat das Netbook einen entscheidenden Nachteil dem iPad gegenüber: Es hat nicht so viel Style. Vergleicht man den Rest, sieht ein Netbook im Vergleich gar nicht schlecht aus. Es hat einen schnelleren Prozessor, läuft  etwa 5 Stunden aufwärts, hat einen austauschbaren Akku (in den meisten Fällen), während das iPad wie das iPhone die Batterie allem Anschein nach (mal wieder) stationär eingelötet hat, was dem Nutzer nur den Apple Store als Zuflucht lässt, wenn etwas nicht geht. Der  Monitor der gängigen Netbooks bringt einen 10 Zoll Bildschirm mit, während das iPad hier knapp darunter liegt. Bluetooth und WLAN sind ebenfalls in den gängigen Netbooks enthalten, vielfach auch UMTS.

Dafür kann der Benutzer beim Netbook alle Applikationen und sogar das Betriebssystem selbst wählen, den Akku austauschen, trägt nicht viel schwerer (700g beim iPad verglichen mit etwa 1kg beim Netbook), etc. Wenn es um eine vollwertige Computernutzung geht, kann das iPad den Computer nicht ersetzen oder schlagen. Hinzu kommt, dass das iPad den Benutzer, ebenso wie das iPhone und der iPod, in Geiselhaft hält. Die Apps werden von Apple orchestriert, Multi-Tasking ist abgeschaltet, die keyfeatures sind Surfen, Musik, Notizen, Filme, Bücher, Mail. On-The-Go ist eine zweifelhafte Beschreibung hierbei, da nicht alle Modelle UMTS haben und Hotspots, die öffentlich sind noch dünn gesät sind.

Zurück zur Ausgangsfrage: Warum dann ein iPad? Für mich persönlich macht sich das iPad nur durch 2 Features interessant. Eines davon sind die eBooks, da ich bereits eine Weile auf der Suche nach einem eBook Reader bin, der auch erschwinglich ist (und das iPad ist ja durchaus mit 499$/599$ (16/32GB) preislich ganz gut, solange man es sich nicht bei der Telekom kauft) und nette Funktionen drum herum hat, das andere Feature ist die gute Videodarstellung, da auf diese Weise die Vorträge von TED.com wunderbar portabel werden (auf dem iPhone sind die Videos wirklich schrecklich klein). Am Rande interessant ist vielleicht noch die Möglichkeit, schnell zu bloggen (mit  der größeren Tastatur durchaus angenehmer), diese erfüllt mein Netbook aber bereits wunderbar.

Warum das iPad nur als Gizmo (Gadget) taugt:

  1. Apple hat mal wieder den Zugang eingeschränkt, nein, hermetisch abgeriegelt. Außerdem ist zu erwarten, dass sich der Support seitens PCs auf Windows Maschinen beschränkt. Die Linux-Version von iTunes scheint immer noch nicht in Sicht. Die gute Nachricht: Vermutlich wird man auch in das iPad Gefängnis einbrechen.
  2. Hardwareseitig ist man genauso abhängig von Apple wie seitens der Software:Sollte etwas kaputt sein, wird der Benutzer es nicht reparieren können. Auch Upgrades an der Hardware und/oder Modifikationen sind, wenn nicht unmöglich, so doch schwierig.
  3. Selbst mit der Möglichkeit, eine Bluetooth Tastatur anzuschließen, ist ohne Multitasking keine vernünftige Arbeit am iPad zu leisten, schließlich können nicht einmal gleichzeitig ein Browser und ein Textverarbeitungsprogramm arbeiten.
  4. Geringe Akkulaufzeit. Von der Laufzeit hätte ich wirklich einiges mehr erwartet. 10 Stunden sind für einen Laptop mit WLAN und Bluetooth sowie normaler Festplatte und 3D beschleunigter Grafikkarte zwar „der helle Wahnsinn“ und wirklich top, für ein Gerät, dass nicht einmal die Hälfte der Funktionen eines PCs erfüllen kann, sowie nur der Unterhaltung dient, ist es allerdings wenig. Möglicherweise ist es ja im reinen E-Book Betrieb stromsparender und man kann Bluetooth und/oder WLAN abschalten, um Batterielaufzeit einzusparen.

Letztlich komme ich zu folgendem Fazit: Obgleich mehr Speicher und bessere Akkulaufzeiten sowie eine freie Anpassbarkeit durch den Benutzer mehr als wünschenswert wären, ist das iPad, wenn man es unter der Konkurrenz verorten will (was schwierig ist, da es ein E-Book lesender, Videospielender MP3 Player mit Internetfähigkeit im PC Format ist), so ist es durchaus brauchbar. Man kann neben dem Lesen Informationen nachschlagen, die man eventuell braucht (ach nein, stop, dafür muss man das Buch ja zu machen…). Zumindest kann man auf langen Bahnfahrten oder abends im Bett gemütlich einen Film schauen, ohne den PC hochfahren zu müssen. Wer die meiste Zeit keinen vollwertigen Computer braucht, ist mit dem iPad sicher gut beraten, aus meiner Sicht ist und bleibt es aber eine Spielerei wie das iPhone. Natürlich will ich das iPad gerade deswegen haben (in der Hoffnung, dass auch hier ein Jailbreak verfügbar wird, den ich natürlich nicht empfehlen möchte).

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