Sequenz 14 – Auslandsaufenthalt

Bodo jammert mir immer mal wieder in mein Ohr, dass er sich schon längst mit seinen beiden Schönheiten daheim versöhnt hätte, wäre ich nicht solche ein komischer Kauz, den man nicht allein lassen könnte. Die ersten Stunden, die wir durch Köln geschlendert sind, hat er noch auf einer Entführung bestanden und dass ich ihn in einer Art Geiselhaft halten würde. Doch mittlerweile ist er auf die Theorie umgeschwenkt, er müsse eben auf mich aufpassen.

Soll er denken, wie er mag. Ich habe es noch nicht geschafft, den Ort ausfindig zu machen, wo die Befragung der Otto-Normal-Bürger am Morgen war und langsam beginnt es zu dämmern. Ein wenig verwundert bin ich schon, dass noch kein Polizeibeamter meine Papiere sehen wollte. Das wiederum rührt daher, dass ich bereits mehrere rothaarige Frauen angesprochen habe, ob sie Eva seien. Aber in einer Stadt wie Köln dauert es wohl eine Weile, bis Gerüchte von geistig verwirrten Rothaar-Stalkern die Runde machen.

Menschen mit weniger Selbstkontrolle und -beherrschung hätten vermutlich schon eine der rothaarigen Damen geschnappt und in die nächste Seitengasse gezogen. Oder den klassischen Anmachspruch: „Hey Baby, findest du dass das nach Chloroform riecht?“ gebracht. Aber ich bin ja ein guter Bürger und ein Gentleman. Außerdem habe ich ja Bodo am Bein…

„Samma wollen wir nicht langsam mal was essen?“ fragt dieser wie auf Kommando. Ich nicke zur Bestätigung, da mir just in diesem Moment ein Knurren auffällt, wie es nur aus zwei Quellen strammen kann: Dem Hals eines bengalischen Tigers oder meinem Magen. Ich nehme aus naheliegenden Gründen an, dass letzteres der Fall ist und nehme Kurs auf die kleine Kaschemme, die ich aus dem Augenwinkel erspähe.

„Bist du dir sicher… also… wenn du keine Kohle hast, kann ich uns auch in was schickeres einladen,“ bringt Bodo an, folgt aber, als ich einfach weiter laufe.

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