Mein Leben, die Seifenoper

Mitternächtliche Schreibereien.

 

 

Bis du’s mein Leben?
Ich frage nur, weil mir scheint, man habe dich mit einer Seifenoper vertauscht! Ja meinst du es ernst und ist es denn wahr?
Was sagst du – Ja?
Na warte mein Leben wir werden ja seh’n, so lass ich nicht mit mir umgeh’n!
Du findest das lustig und lachst in dich rein… mach nur so weiter, fein ja fein.
Doch eben noch schläfrig heb‘ ich nun die Lider und komme wieder.. mein Leben ich nehm dich und dann bin ich mit dem Lachen dran.
Nun lass mal sehen, was haben wir da? Einen Laienschauspieler, na wunderbar…
Was macht der denn da, wie sieht der denn aus? Die hängenden Wangen, die Haare ein Graus. Und alt ist er auch noch ja soll ich mal lachen?
Was soll der in meiner Oper machen? Nein Leben, so geht’s nicht, ich muss doch sehr bitten solch ein Statist ist wider die Sitten.
Und schau erstmal innen, der ist ja vakant, ein Pappkamerad und hirnverbrannt! Die synaptischen Bahnen, nur kurz betrachtet, würden von Carrera
doch sofort missachtet. Verwinkelt, zu dünn, die Hälfte schon blau… die Gedanken darauf, sie stehen im Stau. Und auch die Augen – ganz ausdruckslos,
lieben sich selbst und schauen so bloß nach innen mit Glanz, nach außen mit Gier – was macht denn dieses Arschloch hier?
Mein Leben, ich sagte doch: Qualität! Menschen statt Abfall der Unfrieden sät.
Und ach das ist noch nicht alles, im Fall des unsäglichen Falles kommen die Plagen ja immer zu dritt. Dreifaltig, dreieinig, dreiäugig auf Besen
zum nächtlichen Ritt. Auch Hexen treiben im Haus Dämonen sich ein und aus. Das ist ja ein Zirkus, ich reib‘ mir die Augen, muss ich mir das Treiben
anschauen?
Zwei Hexen zum Statist. Die eine, kleine, lächelt und hat reine Haut und ein Näschen, fein gebaut. Um sie zu erkennen, werd ich sie Schnipsel nennen.
Sie schaut freundlich drein und sie wird es auch sein, sie scheint frei von Fehler und Tadel.
Die Zweite, wenn ich’s sag, ist von ’nem andern Schlag. Die schaut sehr getrieben, böse, verschwiegen. Sie steht ganz ruhig, gibt
keinen Laut, doch wer so getrieben schaut ist jemand… wenn man dem vertraut, dann hat man sich sein eigenes Grab schon geschaufelt.
Um diese Hexe zu erkennen, werd ich sie Schurkenhexe nennen. Der Schurkenhex‘ möcht mit dem Besen ich gerne die Leviten lesen.
Ich schau sie an, die zwei Gestalten und sie sehen ähnlich aus, was an der einen gut ist kommt aus der andern hässlich raus. Mein liebes Seifenoper-
Leben – das soll es hier nicht geben.
Ich nehme den Besen und auch Seile und schnüre ohne Eile die beiden an den Besen fest und als letztes dann schnür ich den Statisten dran und ab, das
war’s gewesen. Nach kurzem Zündeln brennt der Reisig auch ganz fleißig und mit einem Knall saust das Pack in’s All.
Die Oper ohne Zweck muss weg und weg und weg.

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